Gemeinde Dohma

Mitglied des Sächsischen Städte- und Gemeindetages,
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Geschichtliches zum Ortsteil Goes

Auszug aus
    "Historisch-Topografische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna"
bearbeitet und herausgegeben von
    Allfred Meiche
    Dresden 1927

Goes

Dorf S. Pirna, an der Gottleuba. Post: Rottwerndorf (Bezirk Dresden).- Flur: Blockform, zum Teil waldhufenartige Schmalstreifen; Ort: erweiterter Rundling mit Kolonisationseinschlag.- Name: de Goszow 1350, wahrscheinlich Goes betreffend (LBL.S.46), vielleicht: von der Gozze 1388 (O.4652); Goeß 1445 (Cop.43 Bl. 173); Goß 1445 (W.A. Kammersachen. Loc.4334 Nr. 12b Verzeichnis von Einkünften 1445 Vol.I Bl.26b, 27); der Goß 1554 (Loc.13700 Die Gemeinde zu Gomßen. 1752 Bl.58); zcum Goys 1465 (Cop.58 Bl.116b); zum Gois 1533 (Cop.69 Bl.146); zum Goeyes 1533 (Lehnshof Dresden J. Bl.499b); Gueß um 1540 (Loc. 9834 das Hospital zu Dohna. 1540 fl. Bl.1); Guß, um 1570 (Rep. XLVII Dippoldiswalde Nr.3); von dem Goßau 1546 (NKG. Pirna Sp.72); mundartlich: Gose f. Literarische (unberechtigte) Formen sind Goor, Gaer, Gäs u.a.- G. gehört ursprünglich zur Herrschaft, später zur Pflege Dohna. 1526. "Goß in der pirnischen pflege gelegen."- Nach Goes nennt sich wohl Fridricus de Goszow, der 1350 Zinsen in Pratzschwitz oder Wüstung Praschwitz in Flur Neugruna bei Dresden hat (LBL.S.46), und der Dohnaische Hauptmann Gerharte von der Gussaw 1391 (Die Donins S.324 Urk. Nr.44),vielleicht auch Gerung von der Gozze 1388, Urkundenzeuge Siegmunds von Colditz, zu Pirna, Gottleuba betreffend (O.4652). 1445 gehört "Goß, das dorf, do wonen 12 besessen, die habin 4 armbruste und 8 spiese, zum slosse Donin" und zinst dahin am Michaelistage 4 gr. 6 d., 1/2 scheffel kornß, 1/2 scheffel hafirs. Auch werden 1445 Nickel, Jost und Heincze von Rottwerndorff mit 1 sch. 20 gr. jährlichen Zinsen "zcum Goeß" belehnt. Dieselben erhält nebst Erbgerichten 1454 Ilse, Heintzen v. Rotwerndorff Gattin, zum Leibgut. Sie stehen auch in den Lehnbriefen von 1465, 1478 und 1486 (Lehshof Dresden B. Bl.89). 1501 ist "Goeß das dorff, dorinnen 10 besessin mennre, des spitals zu Donen" (Dohna); nur "1 besessin man" gehört Nickel von Rottwerndorf zu Rottwerndorf. Dann scheint G. (pfandweise?) an die Stiftskirche Unseren Lieben Frauen zu Freiberg gekommen zu sein, denn das dortigr Kapitel verkauft 1526 April 15. neben Carsdorf und anderen Dörfern auch "Goß in der pirnischen pflege gelegen" erblich an Rudolf v. Bünau auf Weesenstein. Der 1 Mann (s.o.) bleibt auch ferner bei Rottwerndorf. Lehnbrief darüber von 1533. Gleichzeitig wird Anna, Nickels von Rottwerndorf Ehefrau, mit 30 gr., je 8 Scheffel Korn und Hafer und 2 Hühnern "zum Goys beleibdingt". Dieselben Zinsen im Lehnbrief vom Jahre 1540 für die von Rottwerndorf. Auch um 1540 heißt es: Gueß zinst zum Spittal zu Dohnen.

1547 Oktober 20. belehnt Herzog Moritz den Hans v. Wurgwitz zu Großsedlitz (d.d.) mit Goes (NKG. Pirna Sp.73; vgl. Cop.164 Bl.290f.). 1548 sind zu G.13 Ansässige (mit der wüsten Hofstatt des Richters), darunter 4 Heinrichs v. Rottwerndorf zu Breunsdorf (!) auf denen der Rat zu Pirna wegen der Kirchen Zins und Gerechtigkeit hat und 9, die Hansen v. Worgewitz zustehen. Die Obergerichte gehören sämtlich ins Amt, die Erbgerichte auf 4 Hufen (unbeschadet des Rates zu Pirna) Heinrich v. Rottwerbdorf, auf den anderen 14 Hufen v. Worgewitz.

1554. Kurfürst August reicht das Dorf "den Goß" in der Pflege Dohnen gelegen als Pertinenz von Groß-Sedlitz dem Hans v. Wurgwitz zu Lehen.

Um 1750 hat "Guß" auch Dienste ins Amt Dippoldiswalde zu leisten, nämlich 7 (Geschirrtage) anstatt der 28 Eggen.

1642 gehört "Goeß" als Pertinenz des Rittergutes Zehista dem Heinrich v. Schönfeld. 1657. Vier Ansässige "zum Goeß" stehen mit Ober- und Erbgerichten unter Rottwerndorf. 1895. Dem Rittergut Zehista sind untertan 9 Bauern, nämlich 2 Zweihüfner ( dabei der Lehnrichter), 3 Anderthalbhüfner, 2 Einhüfner, 2 Halbhüfner, ferner 4 Gärtner (darunter 1 caduc) und 4 Lehnleute. 1785. Der zum Rittergut Rottwerndorf gehörige Anteil von Goeß zählt 2 Mann mit 1 Hufe, 3 mit 1/2 Hufe und 1 Gärtner.

Diese Zweiteilung der Herrschaft über Goes bleibt bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit.

Goeß untersteht (1695) dem Mahlzwang der Zehistaer Hofmühle; die Fischerei in ihrem Gemein-Bächlein und Teiche auf dem "Dorfe" ist ihnen nachgelassen; ferner unterliegt der Ort dem Pirnaer Bierzwang, verschänkt jedoch Bier aus Zehista. 1548. "Der Schank ist nicht erblich, sondern hat vorzeiten zechweis umgegangen, desgleichen das Richteramt auch." 1695. Der Richter Hans Unger zum Goeß hat ein Gut von 3 Hufen; von diesen gehören 2 Hufen unter Zehistaer Gerichtsbarkeit (und Mahlzwang), die dritte nach Rottwerndorf. So ist es auch noch 1785.

Schule: Noch heute besuchen die Kinder von drei Vierteln des Ortes die Schule zu Zehista; die übrigen gehen nach Rottwerndorf. (NKG. Pirna Sp.73.)

Kirchliche Zugehörigkeit. 1501 war "Goeß...gein Donen (Dohna) gepfarreth". 1548 dagegen kircht es "gen Pirna". Die Umpfarrung soll 1540 erfolgt sein (NKG. Pirna Sp.73).

Größe: Wegen den älteren Zahlen vgl. die einzelnen Angaben bei der Besitzerfolge. 1815 hatte der Rottwerndorfer Teil 7 Häuser und 3 1/2 Hufe, der Zehistaer 13 Häuser mit 13 1/2 Hufe (Postlex. XVI, 216). 1900 fanden sich insgesammt 309 Seelen in 40 Wohngebäuden. 1910 gab es 325 Einwohner. 1919 nur 267.

Die steinerne Brücke über die Gottleuba ward 1847 erbaut (NKG. Pirna Sp.73).

 

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