Gemeinde Dohma

Mitglied des Sächsischen Städte- und Gemeindetages,
Verwaltungsgemeinschaft mit der Großen Kreisstadt Pirna
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Geschichtliches zum Ortsteil Cotta

Auszug aus
    "Historisch-Topografische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna"
bearbeitet und herausgegeben von
    Allfred Meiche
    Dresden 1927

Cotta,

Groß-, mit selbständigem Gutsbezirk Rgt. Cotta und Lohmengrund, S. Pirna, N. Berggießhübel. Post: Neundorf, Bez. Dresden. - Flur: waldhufen; Ort: reihendorf. - Name: Kottaw [1311] (Die Donins. S. 300, Urk. Nr.21); Groß Kottaw 1412 (Cop.33, Bl. 29f); Cottaw 1501 (Cop.107, Bl. 50);Cottow 1445 (Loc. 7997 Vorzeichnung Bl. 21); Cuttaw 1442 (Cop. 42, Bl. 213b); zeu großen Kotaw 1470. (W.A. Oerter Cotta, Bl. 1); Groß Kotta 1548 (A E B 6 Bl. 1275); zu großen Kotten 1516 (Cop. 84, Bl. 17b); Kotthenn 1542 (CS. II. 12, 1 s. 627); Kottena (!) 1548 (W.A. Defensionssachen Bl. 25); Groß Kutta [1570] (Rep. XLVII. Dippoldisw. Nr. 3); Katau 1607 (Loc. 13701 Die Gemeinden zu Otten- und Nenntmannsdorf 1752, Bl. 84); Kattaw 1444 (CS. II. 5 s. 422.) - Der Name Cotta bezeichnette früher zuweilen nur das Rittergut, manchmal aber auch Groß- und Klein-Cotta zusammen (vgl. Postlex. XVII, 545). - Groß-Cotta erscheint zuerst als burggräfl. Dohnaische Lehen. Schon 1307 soll Burggraf Otto der III. von Dohna mit dem "Vorwerk" Cotta den Tielich von Haugwitz beliehen haben. (NKG. Pirna Sp. 225) .Noch 1412 März 13. werden (nach übergang der Dohnaischen Herrschaft an Sachsen) Nickel Karas, Volczsch von torgau, Reynold, Apicz, Friczsche und Hans Karas, Brüder und Vettern, zu gesamter Hand mit "Groß Kottaw" belehnt, wie dies vorgenannte Karas und Eltern gehabt....Im Lehnbrief von 1470 für die Brüder Ticze und Jorge Rouber über den "sitz zeu großen Kotaw unde das dorff dosselbs" usw. werden auch die Gerichte über Hals und Hand aufgeführt. 1501 sind Pertinenzen von Groß-Cotta die Dörfer Groß- und Klein-Cotta, 20 Mann zu Hennersdorf (Langen-) und 15 Mann zu Hermsdorf; auch zu "Ruderstorff" hat 1501 Ticze Robur zu Cottaw " arme Leute". ... 1522 wird Antonius von Kospudt als Herr zu Cotta bezeugt (NKG. Pirna Sp. 238, Anmerkg. 17). 1535 vergleicht sich Hans von Kospott zu Kottaw mit seinen Vettern Karl und Joseph von K. 1537 wird den Besitzern von C. im Lehnbrief die Schweins- und Rehjagd auf den Dörfern Groß- und Klein-Cotta sowie zu Langenhennersdorf zugestanden. Unter Kurfürst Moritz wird das Recht wieder genommen....

1622 April 3. Mit dem Rgte. Cotta erhalten Hans Jobst und Friedrich von Cospott die Dörfer Groß- und Klein-Cotta "in der Pflege zu Donyn gelegen", dazu das "Vorwerk" und ein "Kirchlehn", auch die "Steger Mühle" und ein Bergwerk "die Zeysel" genannt - mit Gerichten über Hals und Hand; dazu noch die Fischerei in der "Gottleube von Gießhübel am Stege an biß hinab gen Rothwernsdorf am Lohmfluß" (s.o. 1538) und in der "Bahre von der Barhütte an biß in die Gottleube"....

Am 11. August 1662 wurde das Rittergut Kotta schriftsässig erklärt.....1807 besaß C. Charlotte Friedericke von friesen geb. Marschall von Bieberstein. Ihre Gläubiger ließeb das Gut eine Zeitlang sequestieren und im Juli 1821 zur öffentlichen Versteigerung bringen. dabei erwarb es der Kauf- und handelsherr (Buchhändler) Gottfried Christoff Härtel zu Leipzig für 69140 Tlr. (NKG. Pirna Sp. 230). Taxiert war das Gut auf 95186 Tlr. und besaß 402 1/5 Acker Landes, Brauerei, Brennerei, Fischerei, Mittel- und Niederjagd (?), Kalk- und Ziegelbrennerei und 800 Schafe (Postlex. XVII, 545)...Härtel starb 1827. Von seinen Erben gelangte 1832 Frau Elwine Härtel geb. Härtel in den Alleinbesitz von Cotta. Sie erscheint hier 1834 und 1835 als Elwine von Leyser geb. Härtel. Unter ihr erfolgte 1836 die Ablösung der Frohndienste usw. , 1838 die Ausbesserung der Großcottaer Dorfstraße (NKG. Pirna Sp. 230)... - Kirche: Die Kirche zu C. und ihr Altar Sankt Nikolaus werden schon durch die Urkunde vom 25. November 1311 bezeugt, wo ihnen das Vorwerk zu C. zugeeignet wird (s.o.).... - Der älteste Bestandteil des Gotteshauses (unmittelbar neben dem Rgt. gelegen) ist der im romanischem Stil erbaute Altarplatz (wohl die ehemalige Kapelle St. Nikolaus). Bau des Kirchturms 1618 abgeschlossen (NKG. Pirna Sp. 231f.). Größere Reparatur 1773. Umfangreichere Erneuerungsbauten der Kirche 1655, 1679 - 1689, 1718, 1830, 1879 - 1880. Wiederholte Einbruchsdiebstähle: 1689, 1700, 1845, 1853 und 1890 (NKG. Pirna Sp. 233 f.). 1813 plünderten die Russen die Kirche (Loc. 2168 Cotta. A. Pirna. Kirchen- und Schulsachen und NKG. Sp. 229). Der älteste Friedhof lag an der Kirche; 1590 wurde ein neuer am Nordhang des Spitzberges angelegt, 1887 erweitert (NKG. Pirna Sp. 232)...

- Der Richter zu "Kottaw (Ditterich von Robers underwoner) eyne meyle von Pirne gelegen hat (um 1483) seym junckhern bier abgekowfft und geschanckt", statt es zu Pirna zu entnehmen; 1548 wird der "Erbschenke" zu C. genannt. 1699 begegnet uns außer der Schänke im Dorfe auch "die an der Straße gebaute rothe Schenke". Beide verzapfen trotz des Pirnischen Bierzwanges das Bier ihre Erbherren von Friesen auf Cotta. 1799 wird die zum Rittergut gehörig gewesene "an der Böhmischen Post- und Fracht-Straße zwischen Zehista und Berggießhübel" gelegene "rote Schänke" als Wüstung bezeichnet; man kennt aber nicht mehr das Jahr des Eingehens....

 

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